Alumni Gründung

 

Ein Kind des 21. Jahrhunderts: Der Alumniverein

Am 1. Februar 2005 konstituiert sich zum ersten Mal in der Geschichte der Universität ein unabhängiger gesamtuniversitärer Ehemaligenverein. Er folgte damit vergleichbaren fakultätsbezogenen Vereinigungen, die bereits für die Wirtschaftswissenschaftliche, die Medizinische und die Juristische Fakultät bestanden. Auch für das 1993 entstandene Europainstitut war von Anfang an klar, dass man eine solche Vereinigung «heutzutage» führen sollte.

Die eine angelsächsische Tradition übernehmende Organisation hat verschiedene Funktionen zu erfüllen, sie ist aber auch, anders als ein klassischer Förderverein, auf individuelle Bedürfnisse und Zuwendungen von Einzelmitglieder ausgerichtet. Zwar wird in der Zweckumschreibung der Statuten auch an erster Stelle eine öffentlich-gesellschaftliche Funktion genannt, nämlich «die Förderung der Beziehungen zwischen der Universität Basel und deren Absolventinnen und Absolventen sowie der Öffentlichkeit», die Hauptfunktion liegt aber im Unterhalten eines Netzwerks von individuellen Potentialitäten, nämlich in der «Förderung des Kontaktes der Absolventinnen und Absolventen der Universität Basel untereinander und mit der Ausbildungsstätte». Ein dritter Punkt gilt einem Zweck, wie er auch dem Förderverein zu Grunde liegt, nämlich der «Förderung der Universität Basel insbesondere in Lehre und Forschung über den Rahmen hinaus, der mit öffentlichen Mitteln erreicht werden kann». Ein vierter Punkt ist wieder auf einen möglichen Nutzen der Einzelmitglieder ausgerichtet, nämlich auf die «Förderung des wissenschaftlichen Gedankenaustausches zwischen Repräsentanten der verschiedenen Fachbereiche».

Die vorgängigen Abklärungen zeigten, dass der persönliche Nutzen vor dem Nutzen für die Alma mater interessierte. Wichtigstes Bedürfnis (fast 90 Prozent) ist die Unterstützung beim Berufseinstieg. Über 80 Prozent bekundeten Interesse an wissenschaftlichen Veranstaltungen und Vorträgen, 75 Prozent hegten den Wunsch nach Vernetzung mit Kollegen und Kolleginnen. Über 70 Prozent zeigten sich interessiert an praxisbezogener Weiterbildung, und gut 50 Prozent wünschten auch allgemeine Informationen über die Universität. Im «Geschäft» des Gebens und Nehmens erklärten sich über 50 Prozent der potenziellen Alumni bereit, persönlich als MentorInnen ihr Wissen in die Universität zurückfliessen zu lassen und an Informationsveranstaltungen über Beruf und Studium teilzunehmen.

Der Netzwerkfunktion entsprach die Schaffung eines elektronischen Alumni-Portals, mit dessen Hilfe Alumni ihr eigene Profil in einem Who is Who hinterlegen, selber aktualisieren sowie den eigenen Bedürfnissen entsprechend sichtbar machen können. Damit können individuelle Kontakte geknüpft, gezielt Fachwissen abgerufen, MitarbeiterInnen gesucht, ehemalige KommilitonInnen wieder gefunden werden etc.

Der geselligen Funktion wurde von 2005 bis 2007 mit von der Universität angebotenen Alumni-Tagen Rechnung getragen. Inzwischen wurden die Alumnitage durch kleinere, dafür häufige Treffen, sogenannte Alumnistammtische im Hotel Basel, abgelöst. Dem Alumniverein traten im Gründungsjahr ca. 100 Direktmitglieder und 3800 Kollektivmitglieder bei. Die Zahl der Mitglieder hat sich inzwischen auf 4852 Mitglieder erhöht (528 Direktmitglieder und 4324). Das entspricht ca. 47% aller AbgängerInnen.

 

Themen


Materialien


Quellen

  • Bettina Volz: Zur Chefsache erklärt -Alumniarbeit an deutschen Hochschulen. In: ZHW Info Juni 2003
  • Bettina Volz: Uni-intern 16 (2/2005).
  • Bettina Volz : Ein Netzwerk für die Ehemaligen. In Success & Career, Absolventenratgeber, Januar 2009.